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Kielwasser gekreuzt – Mareike Guhr auf dem Heimweg
06.06.2016
Weltumseglerin kommt im September nach Hause

Palmen und Pazifik adé: Mareike Guhr (47) kehrt nach 4,5 Jahren Weltumseglung zurück und macht Ende September in Hamburg fest / © Magsail.de

Anfang Mai hat sie vor der Karibikinsel St. Lucia ihr eigenes Kielwasser gekreuzt und war damit einmal ganz „rum“: Die Hamburger Seglerin Mareike Guhr, die seit März 2012 mit dem Katamaran „La Medianoche“ und wechselnden Mitseglern an Bord die Welt bereist, ist auf dem Weg nach Hause und setzt zum letzten Sprung über den Atlantik an. Von St. Maarten geht es heute (6. Juni 2016) zu den Azoren, von dort in Etappen die Küste entlang Richtung Heimat. Am 24. September wird die 47-Jährige mit „La Medianoche“ nach viereinhalb Jahren im Hamburger Hafen festmachen.
 
 
Gefühlt hat für sie bereits seit der Rundung von Cape York, dem nördlichsten Punkt Australiens und dem Eintritt in die Torres Strasse (Anfang Mai 2015) die Heimkehr begonnen. „Irgendwie dachte ich, das Beste liegt jetzt hinter mir, nun musst Du das Schiff nur noch heil nach Hause bringen“, erinnert sich Mareike Guhr an den Augenblick, als sie ihren geliebten Pazifik verlassen hat. Vor ihr liegen noch schlappe 23.000 Seemeilen, das Kap der guten Hoffnung und zwei Atlantiküberquerungen. Doch auch der Indische Ozean hat viele schöne Inseln und die spannende afrikanische Küste zu bieten und überrascht mit tollen Erlebnissen. Mit dem richtigen Wind und Wetterexperte Meeno Schrader geht es im November 2015 um Südafrikas gefürchtetes Kap der guten Hoffnung und nach einem kurzen Werftaufenthalt in Kapstadt Anfang Februar über den Teich nach Natal in Brasilien. „Ich habe mich für diese Route entschieden, weil ich dort Wind und Strömung nutzen kann. Auf der meilenmässig kürzeren Strecke, die Afrikanische Küste hoch, müsste ich gegen den Wind kreuzen - nicht der ideale Kurs für einen Katamaran …“ Die knapp 4.000 Seemeilen nach Brasilien hingegen werden fast schon zum Kinderspiel – stete achterliche Winde, vergleichsweise wenig Welle, keine Dreher und Böen … fast schon langweilig. Doch die Küste Brasiliens Richtung Karibik mit Stationen in Französisch Guyana und Suriname wird dafür härter: Viel Regen, schlammige Flussfahrten und Wind von vorne zeigen Südamerikas hässliche Seite. Aber auch faszinierende, exotische Orte in der Nähe des Amazonas liegen auf der Strecke. Als „La Medianoche“ Mitte April Tobago erreicht, ist Mareike zurück in der Karibik, die sie seit 20 Jahren bestens kennt. Am 4. Mai gegen Mittag kreuzt sie ihr eigenes Fahrwasser und hat damit die Welt einmal umrundet. „Tolles Gefühl, nun geht es wirklich zurück“, freut sie sich nach vier Jahren auf zwei Kufen und mehr als 100 verschiedenen Mitseglern an Bord, die sie begleitet haben. Nun steht der dritte Sprung über den Atlantik bei dieser Weltumsegelung an, von St. Maarten geht es am 6. Juni los zu den Azoren, von dort nach Lissabon und dann die Küste entlang immer Richtung Heimat. „Am 24. September werden „La Medianoche“ und ich in unseren gemeinsamen Heimathafen Hamburg einlaufen. Ich freue mich sehr darauf! Und doch ist mir auch ein bisschen mulmig, denn dann soll ich wieder ein halbwegs normales Leben anfangen?“ Empfangen wird sie von ihrer Familie, vielen Freunden und Mitseglern und sicherlich auch zahlreichen Seglern, die ihrer Leistung und ihrem Mut Respekt zollen wollen.
 
 
Livetracker „La Medianoche“: www.moonsailing.de/content/185/
Mehr über Mareike Guhr: www.magsail.de